Der Polizeistaat Bayern und seine Vorbilder aus der Geschichte

Ein Polizeistaat ist schon etwas tolles. So hat er doch wirklich nur Vorteile. Also für die Regierenden zumindest. Nicht ohne Grund tritt in Bayern diesen Sommer ein neues Polizeiaufgabengesetz in Kraft. Damit darf die bayerische Polizei in Zukunft Anrufe und elektronische Daten ihrer Bürger abhören, wenn aus ihrer Sicht drohende Gefahr besteht. Sie darf dazu auch in Wohnungen einbrechen und Computer und ähnliches beschlagnahmen. Dazu kommen noch Gooddies, wie die Möglichkeit, potentiellen Gefährdern ohne richterlichen Beschluss Aufenthaltsverbote zu verpassen oder sie für ganze drei Monate in Vorsorgehaft zu nehmen. Und sollte das alles nicht reichen, darf die bayerische Polizei bald auch noch Handgranaten werfen. Warum auch nicht? Na, das ist ja keine schlechte Nummer! Zurecht hagelt es also Kritik an diesen Plänen der bayerischen Staatsregierung. Aber ist das Ganze denn wirklich neu? Nein! Der bayerische Polizeistaat kann in der Geschichte auf zahllose Vorbilder zurückgreifen. Immerhin kommt das Gesetz ja von einer konservativen Partei, der CSU. Die machen doch nicht einfach etwas Neues, wenn es auch etwas gutes Altes sein kann! Welche historischen Vorbilder könnten die CSU hier also inspiriert haben? Das absolutistische Bayern unter Maximilian I. Die CSU hat an der Front wirklich gewaltiges Glück! Sie muss sich für ihre […]

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Warum feiern wir Ostern … und seit wann?

Ostern ist der wichtigste Feiertag der Christenheit. Darüber ist sich eigentlich jeder einig, vom Vatikan abwärts bis zum kleinsten Blogger. Trotzdem ist diese Tatsache ein bisschen überraschend. Das größte Fest des Jahres ist doch so offensichtlich Weihnachten, und nicht Ostern! Es ist auch kein Wunder, dass ich lange vor diesem Beitrag hier schon über die Geschichte von Weihnachten geschrieben habe. Und Mann, Mann, Mann: Weihnachten ist auch wirklich ein total erfundenes Fest. Kaum eine Tradition ist da viel älter als ein paar hundert Jahre. Wie soll Ostern da mithalten? Sind die Osterbräuche auch alle so frei erfunden? Oder kurz gesagt: Was hat Jesus mit Hasen und Eiern am Hut? Zeit, sich die Geschichte Osterns mal ein bisschen genauer anzuschauen. Warum feiern wir Ostern? Wenn man über das wichtigste Fest der Christenheit redet, muss man fast zwangsläufig bei seiner der religiösen Bedeutung anfangen. Mit den heutigen Osterfeiertagen und Osterbräuchen hat all das zwar herzlich wenig gemeinsam, aber sei’s drum. Ostern soll doch immerhin auch Bedeutung haben! Hier gedenken Christen natürlich erstmal einer Sache: Dem Tod Jesu und seiner wundersamen Auferstehung nach drei Tagen. Die längere Version der Geschichte dürfte den meisten ja noch aus Kindheitstagen bekannt sein. Am Gründonnerstag zog Jesus […]

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Drei Volksaufstände für einen guten Zweck. Bier und Prügeleien statt Freiheit und Gleichheit!

Volksaufstand und Revolution. Sie gehören zur Menschheitsgeschichte dazu. Immer wieder erhoben sich die Menschen, um gegen die Zustände im Staat zu revoltieren und nicht selten brachte das radikale Veränderungen mit sich. Die Glorreiche Revolution Englands, die Französische Revolution, die Oktoberrevolution. Die Welt wäre heute eine ganz andere, hätte es das alles nicht gegeben. Manchmal standen die Menschen aber auch für die wirklich wichtigen Dinge im Leben auf. Nicht für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, nein: für Bier, Zocken und Sport! Hier sind meine Top 3 Volksaufstände in der Geschichte. Der Nika Volksaufstand in Konstantinopel Beim ersten Volksaufstand der Liste geht es um die für viele wichtigste Nebensache der Welt: den Sport. Aber natürlich nicht nur. Wir befinden uns in Konstantinopel im Jahr 532. Das Römische Reich im Westen war zu der Zeit bereits untergegangen, Byzanz machte sich nun daran, das mächtige Erbe zumindest im Osten anzutreten. Aber das sollte sich als schwieriger herausstellen als gedacht. Zu dieser Zeit war Justinian Kaiser des Reiches. Und auch wenn er es gern so gehabt hätte: Herrscher von Gottes Gnaden war er nicht unbedingt. Zumindest war es beim besten Willen nicht so, dass er im Reich uneingeschränkt das Sagen gehabt hätte. Denn in Konstantinopel gab es […]

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Als das Turkvolk der Chasaren am Kaukasus das einzige jüdische Großreich der Geschichte schuf. Oder auch nicht

Das spannende an Geschichte ist, dass sie nur so vor faszinierenden Erzählungen und Ereignissen strotzt. Man muss eigentlich nichts erfinden, um eine fesselnde Story zu erzählen. Trotzdem tendieren gerade die spannendsten Erzählungen der Geschichte oft dazu, zu Mythen umzuschlagen oder gar von Verschwörungstheoretikern aufgenommen zu werden. Was dann tatsächlich Geschichte und was Mythos ist, ist oftmals schwer zu sagen. Die heutige Erzählung ist genau so eine: Die Legende der Chasaren und wie sie das erste und einzige jüdische Großreich der Geschichte erschufen! Wobei… ob sie das wirklich taten hängt ganz davon ab, wen ihr fragt. Und davon, welche Meinung diese Person zum Staat Israel hat. Mann… warum kann ein Thema nicht einfach einmal unkompliziert sein? Das Chasarenreich im frühen Mittelalter Aber wer waren diese Chasaren denn überhaupt? Gute Frage! Eines der faszinierendsten Merkmale dieses Volkes und seines Staates ist ja, dass kaum jemand je von ihnen gehört hat! Dabei handelte es sich beim Chasarenreich um eine echte Großmacht seiner Zeit. Es wurde begründet von Angehörigen eines Turkvolks, das sich im 7. Jahrhundert zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meer breitmachte. Wie das damals so üblich war, kam das Reitervolk der Chasaren aber ursprünglich wohl von weiter östlich. Das kennen wir ja […]

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Der Spanisch-Amerikanische Krieg: Wie die USA zur Großmacht und ihr Spread-Eagleism zur Ideologie wurden

In den letzten Wochen habe ich hier über einige Beispiele von Hurra-Patriotismus gesprochen. Von den Anfängen im Griechischen Unabhängigkeitskrieg bis zum recht kürzlichen Aufwallen alter Euphorie im britischen Falklandkrieg geschah es immer wieder. Immer wieder fanden Menschen ihre (oder im Fall der Griechen auch mal eine andere) Nation so richtig geil und mussten es dem Rest der Welt einfach zeigen. Aber natürlich ist keine Abhandlung über Patriotismus komplett, ohne die USA zu nennen! Ich meine, wie oft habt ihr schon amerikanische Touristentruppen erlebt, die laut brüllend durch die Straßen Europas zogen? “USA, USA, USA!” Als würde man sich damit irgendwelche Freunde machen… Aber irgendwo muss das ja herkommen. Und woher? Naja, zum großen Teil vom Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898! Vom amerikanischen Exceptionalism zum Spread-Eagleism Die USA waren ja immer schon etwas Besonderes. Also zumindest glauben das dort viele und auch schon im 19. Jahrhundert war dieser Glaube in den USA weit verbreitet. Man sah sich als etwas anderes als diese ganzen europäischen Staaten, die sich da so in der Welt herumtummelten. Immerhin war man ja die erste richtige demokratische Republik! Und zu so einem Selbstbild gehörten dann ein paar Dinge ganz selbstverständlich dazu. Seit den 1820er-Jahren begannen sich die USA […]

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Ein bisschen billiger Patriotismus kann schon praktisch sein. Maggie Thatcher und der Falklandkrieg

Politiker haben’s nicht leicht. Ständig hat man mit irgendwelchen Problemen zu kämpfen. Von der Wirtschaftslage über  Skandale in der eigenen Partei bis hin zu Widerständen in der Opposition oder gar der Bevölkerung. Das kann einem schon mal die Laune verderben. Aber zum Glück kennt da jeder Politiker einen alten Trick. Wenn es nämlich im Inneren mal nicht so läuft und die Unterstützung im Volk flöten geht, kann eine kleine Ablenkung oft Wunder wirken. Ein Krieg zum Beispiel! Hach, nichts lenkt die Bevölkerung so schön ab wie ein kleiner Krieg. Wenn man es dann auch noch schafft, ein bisschen Hurra-Patriotismus in der Bevölkerung zu erzeugen und den Krieg zu gewinnen, kann man sich dann schon mal ein paar Jährchen zurücklehnen. So schnell wird man nämlich vom unbeliebten Regierungschef zum nationalen Idol! Um ein Paradebeispiel für diese Taktik geht es heute: Margaret Thatcher und der Falklandkrieg. Herzlich willkommen zum zweiten Teil meiner kleinen Hurra-Patriotismus Serie! (Hier geht’s übrigens zu Teil 1) Dumme Demokratie mit ihren blöden Einschränkungen Der Ablauf ist bei dieser Taktik immer der gleiche und läuft in drei Phasen ab, wie unsere liebe Maggie Thatcher eindrucksvoll zeigen wird. Alles beginnt mit den Problemen im eigenen Land, die einen unangenehmerweise vom […]

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Auswüchse des Hurra-Patriotismus. Erster Akt: Philhellenismus und die Griechische Revolution

Ideologische Dummheit gab es in der Geschichte wirklich schon in jeder erdenklichen Ausführung. Auf der Linken, auf der Rechten und überall dazwischen gab es schon die dämlichsten politischen Ideen. Und über die zu reden macht natürlich Spaß. Um eine davon soll es also auch heute wieder gehen: den Patriotismus. Oder genauer gesagt, den Hurra-Patriotismus! Einige verwandte Ideen haben wir ja schon im Artikel zu den dümmsten nationalen Mythen der Geschichte kennengelernt. Hier möchte ich mich nun etwas den praktischen Auswirkungen einer schlecht durchdachten Ideologie zuwenden. Und weil es dafür so viele Beispiele gibt, folgen in den nächsten Wochen gleich noch zwei weitere Teile der Geschichte. Es macht eben Spaß… Dumm, dümmer, Hurra-Patriotismus Nun gut, der im oben verlinkten Artikel besprochene Nationalismus ist nicht ganz das gleiche wie der Patriotismus. Da sind ja alle stolzen Patrioten immer besonders erpicht darauf, das zu erwähnen. Trotzdem gehören die zwei Ideologien aber zur gleichen Familie. Und ziemlich dämlich sind sie auch beide. Bis vor etwa zweihundert Jahren wäre ja kein Mensch auf die Idee gekommen, sich mit seinem “Volk” zu identifizieren. In der Ständegesellschaft des Mittelalters und der Neuzeit machte das schlicht keinen Sinn! Nein, nein. All das kam erst im 19. Jahrhundert so […]

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Die Suezkrise. Irgendwie läuft das mit dem Imperialismus nicht mehr so recht…

Alte Gewohnheiten kann man sich bekanntlich nur schwer abgewöhnen. Das weiß ja jeder von uns, auch wenn wir uns – so wie jetzt – zu Jahresbeginn gerne Anderes einreden. Um eine besonders liebgewonnene Gewohnheit der Europäer soll es heute gehen: den Imperialismus! Genauer gesagt um dessen spektakuläres Ende in der Suezkrise von 1956. Da wollten es Großbritannien und Frankreich nämlich nochmal wissen und fielen so richtig schön auf die Schnauze. Damit schufen sie ohne es zu wollen die Welt, wie wir sie heute kennen. Lief irgendwie nicht mehr so, die Sache mit dem europäischen Imperialismus. Dabei fing es so vielversprechend an… Großbritannien, Frankreich der europäische Imperialismus Nur zehn Jahre vor den Ereignissen der Suezkrise, am Ende des Zweiten Weltkriegs, gab es in Europa bekanntlich einen klaren Verlierer. Das letzte Aufbäumen deutscher Großmachtfantasien war letzten Endes doch noch abgewehrt worden. Auf der anderen Seite gab es auch klare Sieger: Frankreich und vor allem Großbritannien. Jahrelang hatte sich der kleine Inselstaat alleine der deutschen Übermacht entgegengestellt. Wochenlang bombardierte Hitler gar die britische Hauptstadt selbst und doch, nach sechs Jahren Krieg, war es dann Deutschland, das in Schutt und Asche lag. Großbritannien dagegen stand aufrecht, stolz und stark, wie es immer schon gewesen war. […]

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Seit wann feiert man eigentlich Weihnachten? Und warum überhaupt?

Traditionen sind ja generell etwas Merkwürdiges. Eine Anhäufung komischer Rituale, Lieder und Gewohnheiten, die man von Kindeszeiten an als normal kennenlernt und nie so recht hinterfragt. Weihnachten ist unter den vielen Traditionen, die wir so pflegen, aber natürlich eine ganz besondere. Immerhin ist es das bedeutendste Fest des Jahres! Beim näheren Hinsehen ist Weihnachten aber auch nur ein weiteres komisches Ritual. Und noch dazu ein ziemlich frei erfundenes. Vor allem wenn man mal fragt, seit wann wir Weihnachten überhaupt feiern.  Und jetzt mal ehrlich. Wer würde denn von sich aus auf die Idee kommen, in den Wald zu gehen, einen Baum zu schlagen, ihn sich ins Wohnzimmer zu stellen und mit Metallkugeln zu behängen? Das würde wohl nirgends als sozial akzeptables Hobby durchgehen.  Ähnlich verhält es sich mit der Idee, ein alter Mann mit Bart würde nachts durch den Kamin kommen und uns Geschenke bringen. Das wäre in Realität auch mehr ein Anlass für einen Polizeibesuch als zur Freude. Bei so viel Absurdität stellt sich dann schon die Frage: Seit wann und warum feiern wir Weihnachten eigentlich so, wie wir es feiern? Von Beginn an eine komplizierte Geschichte Wie so viele eigenartige Traditionen reicht auch Weihnachten einige Zeit zurück. Wann […]

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Russland ist Europa! Hätten sich die Wikinger nur etwas mehr angestrengt…

Russland und Europa haben ja nicht gerade die einfachste Beziehung. In der Schule haben wir zwar gelernt, dass alles bis zum Ural zu Europa gehört. Trotzdem fühlt es sich nicht so an, als gehörten die Russen wirklich dazu. Es gibt einfach ziemlich große Unterschiede. Immerhin regiert in Russland ja seit Ewigkeiten ein oben ohne durch die Gegend reitender, mit Bären kämpfender Judomeister. Sowas würde es bei uns doch niemals geben! Wir haben hier, in Europa, zivilisierte, anzugtragende und verantwortungsvolle Politiker, die nur unser Bestes im Sinn haben. Oder so… Doch auch Russland war einmal anders. Das Land wurde ja bei weitem nicht von irgendwelchen wilden Slawen oder noch wilderen asiatischen Steppenvölkern errichtet. Nein, Russland war eine Gründung der Wikinger! Und damit steht das Land in Europa nicht gerade alleine da. Da muss es doch noch Gemeinsamkeiten geben! Russland, Europa und die Wikinger Die Wikinger haben heute ja einen eigenartigen Ruf. Man verbindet mit ihnen meist Hornhelme, unangemessenen Met-Konsum und einen gewissen Hang zur Gewalt. Keine sonderlich positiven Attribute, würde man denken. Da ist es umso komischer, dass die Wikinger sich extremer Beliebtheit erfreuen. Von Kinderserien wie “Wiki und die starken Männer” bis hin zu allerlei Metalbands bedienen sich heute viele […]

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