Reisen

Ein Porträt, das angeblich Christoph Kolumbus zeigt. Wie bei so vielem in der Geschichte, wissen wir es aber nicht mit Sicherheit.

Christoph Kolumbus’ Obsession mit Jerusalem

Es war das Jahr 1492, als Christoph Kolumbus von Spanien aus lossegelte, um Indien zu suchen aber Amerika zu finden. Die Gründe dafür kennen wir seit Kindertagen. Durch den Aufstieg des Islam in Form der Osmanen war der Landweg nach Indien versperrt und Kolumbus machte sich nun an die Arbeit, stattdessen einen Seeweg dorthin zu finden – auf visionäre Weise allerdings über den Westen, nicht den Osten. An die Entdeckung Amerikas im Zuge dessen glaubte er selbst aber Zeit seines Lebens nicht. So oder so ähnlich werden die Reisen von Christoph Kolumbus zumindest oft erzählt und auch das ein oder andere Schulbuch gibt die Geschichte immer noch so wieder. Leider ist an der Erzählung aber so einiges falsch und noch viel mehr stark vereinfacht. Das fängt sogar schon beim Grund für die Reise an.

Warum Christoph Kolumbus über den Westen versuchte, den Seeweg in den Osten zu finden, ist nämlich nicht so leicht zu erklären, wie das gerne immer noch geschieht. Er war weder der große Visionär, der entgegen der Mehrheitsmeinung an eine runde Erde glaubte. Das war damals allgemein anerkannt. Er war auch nicht der gewiefte Händler, der im Angesicht der muslimischen Gefahr neue Märkte eröffnete. Zumindest nicht ausschließlich. Ein Grund für Kolumbus’ Reisen könnte nämlich auch ein ganz einfacher und für die damalige Zeit viel banalerer gewesen sein: Er war von der Religion getrieben und seine Fahrten sollten letzten Endes nichts weniger ermöglichen als die Rückeroberung Jerusalems durch die Christenheit.

Diese Episode findest du auch auf deja-vu-geschichte.de. Dort kannst du mir gerne ein Kommentar hinterlassen, ich würde mich freuen, von dir zu hören! Und wenn dir der Déjà-vu Geschichte Podcast gefällt, abonniere ihn doch bitte in deinem Podcatcher und bewerte ihn auf iTunes! Das hilft mir ungemein, ein bisschen Sichtbarkeit in der großen weiten Welt der Podcasts zu erlangen.

Links zur Episode:

Alles zum Déjà-vu Newsletter: https://ralfgrabuschnig.com/newsletter
Diese Episode auf dem Blog: https://ralfgrabuschnig.com/christoph-kolumbus
Blogartikel zum Wissen über die Erdkugel zu der Zeit: https://ralfgrabuschnig.com/erdkugel
Wissenschaftliches Paper über die Jerusalem-Connection des Kolumbus: https://www.jstor.org/stable/598947
Auf iTunes bewerten: https://itunes.apple.com/de/podcast/d%C3%A9j%C3%A0-vu-geschichte/id1352293122?mt=2
Déjà-vu finanziell unterstützen: https://ralfgrabuschnig.com/ueber-ralf-grabuschnig/#spenden

Die Form der Erdkugel war zur Zeit von Christoph Kolumbus ziemlich gut bekannt. Hier eine Beispielkarte aus den 1490ern.

Was man im Mittelalter über die Erdkugel wusste

Als Christoph Kolumbus im Jahr 1492 den Atlantik überquerte, veränderte er die Welt für immer. Und zwar gründlich! Nicht ganz zu Unrecht wird diese sogenannte „Entdeckung“ Amerikas durch Kolumbus als einer der möglichen Endpunkte des Mittelalters angesehen. Was viel weniger klar ist, ist wie seine Fahrten im Kontext der Zeit bewertet werden sollen. War Kolumbus …

Was man im Mittelalter über die Erdkugel wusste Weiterlesen »

Déjà-vu Geschichte Podcast. Der historische Podcast mit Augenzwinkern

Special – Die Grand Tour

Eigentlich sollte heute gar keine Episode des Déjà-vu Geschichte Podcast erscheinen. Immerhin produziere ich doch normalerweise regelmäßig alle zwei Wochen eine Folge und letzte Woche kam gerade eine zum mazedonischen Namensstreit raus. Allerdings ist heute eben nicht irgendein Tag. Es ist immerhin International Podcast Day! Und da ich keine Ahnung habe, wie man so einen Tag begehen soll, dachte ich mir, ich nehme mal eben eine kurze Folge auf. Das wirkt doch irgendwie angemessen.

In der heutigen Episode erzähle ich dir eine Geschichte, die ich schon vor langer Zeit einmal auf dem Blog erzählt habe: die der Grand Tour. Die Grand Tour war so etwas wie das Interrail des 18. Jahrhunderts. Plötzlich machten sich da vor allem englische junge Adelige auf, mehrere Jahre lang durch Europa zu reisen, um sich weiterzubilden. Oder zumindest war das der offizielle Grund für die Grand Tour. Kultur, Kunst und Sprachkenntnisse sollten den jungen Burschen da näher gebracht werden. Und wer kann es diesen Reisenden denn verübeln, wenn nach all den kulturellen Erfahrungen und endlosen Museumsbesuchen dann auch noch Zeit für das ein oder andere Bierchen übrig blieb? In vielerlei Hinsicht hat sich in den letzten 200 Jahren also wirklich kaum etwas verändert. Die Tradition der Grand Tour lebt bis heute im Interrail weiter. Nicht nur in der Art des Reisens, nein sogar in den üblichen Reiserouten.

Links zur Episode:

Der Blogpost zu dieser Episode: https://ralfgrabuschnig.com/grand-tour-interrail/
Alle Infos zum Déjà-vu Geschichte Newsletter: https://ralfgrabuschnig.com/newsletter/
Déjà-vu finanziell unterstützen: https://ralfgrabuschnig.com/ueber-ralf-grabuschnig/#spenden
Bewerte mich auf iTunes: https://itunes.apple.com/de/podcast/d%C3%A9j%C3%A0-vu-geschichte/id1352293122?mt=2

Die Grand Tour war in vielerlei Hinsicht das Interrail des 18. Jahrhunderts. Hier sammeln sich Grandtouristen in Rom.

Die Grand Tour: Interrail des 18. Jahrhunderts

Im England des späten 17. Jahrhunderts griff ein eigenartiger neuer Trend um sich. Junge Adelige und andere Wohlhabende zog es plötzlich in Massen über den Ärmelkanal, auf eine Reise, die bald als essentieller Teil des britischen Erwachsenwerdens gelten sollte – die Grand Tour. Das bedeutete: monatelanges Reisen, überfüllte Unterkünfte, Alkoholexzesse mit neuen Freunden aus aller Welt …

Die Grand Tour: Interrail des 18. Jahrhunderts Weiterlesen »