Bulgarien. Eine Geschichte der Besonderheiten

Bulgarien wartet in seiner Geschichte immer wieder mit einigen Besonderheiten auf. Das beginnt eigentlich schon ganz am Beginn, denn immerhin war der erste bulgarische Staat die eigenartige Gründung einer turksprachigen Oberschicht mit slawisch-sprachiger Bevölkerungsmehrheit. Aber darum soll es heute nicht gehen. Denn auch in der jüngeren Geschichte macht Bulgarien mit dem ein oder anderen Sonderweg auf sich aufmerksam, die unsere Aufmerksamkeit verdienen. So etwa im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg. Werfen wir heute also einen Blick in Richtung Sofia, in dieses in Deutschland doch so unbekannte EU-Land und schauen uns an, was sich dort in den letzten 100 Jahren abgespielt hat.

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Wir steigen ein im Bulgarien des ausgehenden 19. Jahrhunderts, allerdings nur um die Szenerie etwas zu setzen. Wir wollen erstmal verstehen, warum und in welchen Grenzen Bulgarien seine Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erlangte und was danach in groben Zügen geschah. Der Fokus dieser Episode soll aber auf der Zeit nach 1940 liegen. Denn hier benahm sich die politische Führung Bulgariens erst so richtig eigenartig. Das Land war verbündet mit Nazi-Deutschland, allerdings nicht sonderlich begeistert über diese Verbindung. Danach wurde es Mitglied im sowjet-dominierten „Ostblock“ und scheinbar ziemlich begeistert darüber. Vom schlechtesten Schüler Hitlers zum besten Schüler Stalins, wenn wir es ganz plakativ ausdrücken wollen.

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2 Gedanken zu „Bulgarien. Eine Geschichte der Besonderheiten“

  1. Ich finde das ja immer gut, wenn es in den Osten geht!
    Denn, wie du sagst, da wissen erstaunlich wenige Bescheid. Immer wieder ernte ich erstaunte Blicke, wenn ich behaupte, dass Rumänien und Bulgarien in der EU sind. „Seit wann?“ fragen die Leute dann indigniert. Na gut, es sind ja auch erst 15 Jahre…

    Die Déjà-Klugschiss-Frage treibt mich auch schon seit Jahren um.

    Ich finde, den Eisernen Vorhang gibt es in den Köpfen noch absolut. Zum Teil kaum weniger undurchdringlich als vor 1990. Man merkt das ja bei Reisen oder längeren Auslandsaufenthalten. Wenn man nach England, Frankreich oder Italien fährt, wünschen die Leute eine „gute Reise und viel Spaß“ oder laden sich zum Besuch ein. Wenn man nach Lettland, Rumänien oder Albanien fährt oder zieht, dann erntet man Stirnrunzeln und alles von „pass aber ja auf!“ bis „was willst du denn dort?“
    Ein paar Städte/Länder haben sich einen Ausnahmestatus erarbeitet, zB Prag, Budapest und die kroatische Küste, aber das war’s dann schon.
    Weil ich das bei ehemaligen DDR-Bürgern viel weniger beobachte, denke ich, dass es unter anderem auf den jahrzehntelangen westlichen Medienkonsum und auf die Westorientierung in der Schule (Fremdsprachen, Geographie, Geschichte) zurückzuführen ist.
    Und wenn ein Image mal besteht, dann ändert es sich nur seeeehr langsam. Die aktuelle Folge über Bulgarien ist da auch ein Beispiel: Man macht sich (zurecht) lustig über einen Ministerpräsidenten mit Waffen und Geld im Nachtkästchen, sagt „typisch Balkan“, aber wenn man ehrlich ist, ist Österreich nicht weniger korrupt. Und in Deutschland ist mehr als die Hälfte der Unternehmen im DAX höchstkriminell, von Steuerhinterziehung über Betrug bis zu illegalem Waffenhandel. Die meisten Staaten in Osteuropa bekommen auch einen friedlicheren Machtwechsel hin als die USA.

    Was man dagegen tun kann?
    Reisen, reisen, reisen.
    Oder meinen Reiseblog mit vielen Berichten aus Osteuropa lesen. 😉
    Osteuropäische Literatur lesen, osteuropäische Filme gucken.
    Sich mit Osteuropäern ganz normal und offen unterhalten, anstatt immer gleich zu vermuten, dass sie zuhause in bitterer Armut leben.
    Und dann sollte es Förderprogramme für EU-Bürger geben. Wie so ein Reisescheckheft, bei dem man einmal in jedes Land reisen muss, um einen Preis zu bekommen.

    1. Dank dir! Ich glaube, du sprichst da ganz viel Wahres an. Wir sind (und das war sogar in Österreich mit seiner geografischen Lage so) sehr auf den Westen geeicht, was im Kern noch aus dem Kalten Krieg kommt. Das ändert sich extrem langsam und nur sehr punktuell. Man kann für Wien vielleicht noch Bratislava oder Brno auf die von dir begonnene Liste der Städte mit „Ausnahmestatus“ packen, aber viel mehr dann auch nicht. Das Hinterland Bratislavas oder die Landschaften Mährens sind auch hier nur den wenigsten ein Begriff. Man lebt nur 50km entfernt und doch ist die Adriaküste den meisten vertrauter als die eigene Umgebung.

      In dem Sinne schließe ich mich voll an. Reisen, Reisen, Reisen (und SELBSTVERSTÄNDLICH dein Blog 😉 ) sind die Antwort. Das Förderprogramm fände ich übrigens großartig. Oder auch einfach mal Erasmusförderung verdoppeln, wenn es in Richtung Osten geht. Aktuell (bzw. bei mir damals vor 10 Jahren, wobei ich nicht annehme, dass sich das geändert hat) haben wir in Zagreb etwas über 200€ im Monat erhalten. Wäre ich nach London gegangen, wären es 500 gewesen. Klar, Lebenshaltungskosten etc. aber da könnte man auch einfach mal Anreize schaffen.

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