Die Edelweißpiraten. Jugendlicher Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Die Edelweißpiraten waren eine jugendliche Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus. Ok … Das mag zwar etwas stark vereinfacht sein. Aber doch könnte man annehmen, man würde öfter von ihnen hören. Doch im Vergleich zu anderen Oppositionsgruppen wie der Weißen Rose um Sophie und Hans Scholl sind die Aktionen der Edelweißpiraten im Rheinland und Ruhrgebiet heute weitgehend unbekannt. Das will ich mit dieser Episode ein klein wenig ändern und was für ein Zufall: Ausgerechnet meine Cousine hat gerade ihre Dissertation zum Thema Edelweißpiraten abgeschlossen! Sachen gibt’s … Gemeinsam wollen wir also etwas Licht hinter den Widerstand und die Ziele der Edelweißpiraten bringen. Beziehungsweise fragen wir uns eigentlich erst mal: Wer waren diese Jugendlichen überhaupt und kann man sie denn als Teil des Widerstands gegen das „Dritte Reich“ bezeichnen?

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Wir haben uns also gelinde gesagt einiges vorgenommen für diese Folge. Angefangen bei einer Definition und der Frage, wie es etwa zur Namensgebung „Edelweißpiraten“ kam, wenden wir uns langsam den Aktionen der Gruppe in Nazi-Deutschland zu. Wir fragen uns aber auch: Was waren die Motive der Mitglieder? Gab es überhaupt einheitliche Motive oder haben wir es hier nur versprengten Grüppchen zu tun, die miteinander gar nicht so viel geminsam hatten? Mit welcher Form der Verfolgung hatten die Edelweißpiraten zu kämpfen und wie erlebten sie das Ende des Krieges und der Nazi-Herrschaft – wenn sie das denn taten? All das in dieser Episode.

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Episodenbild: Wandgemälde Ehrenfelder Gruppe in Köln. (c): Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

10 Gedanken zu „Die Edelweißpiraten. Jugendlicher Widerstand gegen den Nationalsozialismus“

  1. Klar waren mir die Edelweißpiraten bekannt. Seufz. Bin ich wirklich so ein Nerd?

    Und was ich als Grund für das Edelweiß kenne: Daß einige der ursprünglichen Mitglieder vom DAV kamen und der wiederum hatte und hat das Edelweiß als Symbolblume.
    Und natürlich ist der Widerstandskämpfer der einen Seite der Terrorist der anderen Seite … und wann hätte die BRD den Part aus dem GG „Wo Unrecht zu Recht, da wird Widerstand zur Pflicht“ als legitimie Handlungsmaxime akzeptiert …
    Grüßle,
    Ludwig

    1. ralfgrabuschnig

      Diese Frage kommentiere ich mal lieber nicht 😉 Ich glaube aber doch, man muss zum Glück kein Nerd sein, um sie zu kennen. Es zeugt wohl eher von meiner Ignoranz für alles Westdeutsche, dass ich von ihnen vorher nichts wusste.

      Das mit dem Alpenverein ist mir überhaupt nicht in den Sinn gekommen! Das ist dann tatsächlich nachvollziehbar. Und ja … wäre die BRD der Maxime mal gefolt mh..

  2. Den Déjá-Klugschiss finde ich eine tolle Idee, auch wenn ich, weil ich die Folgen oft erst Monate oder Jahre später höre, wahrscheinlich meist zu spät reagieren werde.
    Leider kenne ich aus meiner Region (Lkr. Amberg-Sulzbach) keine jugendlichen Widerstandsgruppen gegen den Nationalsozialismus. Die einzigen wenigen Fälle, von denen ich weiß (zB eine in einer Höhle versteckte Untergrunddruckerei), kamen aus der SPD, den Gewerkschaften und der Arbeiterschaft. Und kurz vor der Befreiung von Amberg durch die US-Armee gab es Streit, ob die weiße Flagge gehisst werden sollte. Ein örtlicher Nazi-Führer, der zum Endkampf aufrief und dafür auch schon SS-Truppen positioniert hatte, wurde dann von mehreren (vermutlich) Männern sicherheitshalber ermordet, deren Identität jedoch nie geklärt wurde. Das Schweigeglübde hielt.

    1. ralfgrabuschnig

      Ich habe dann auch von Widerstandsgruppen vor allem aus dem (ehemaligen) gewerkschaftlichen Milieu gehört, da passt das gut dazu. Wobei die Geschichte dann doch außergewöhnlich ist! In Freising z.B. gab es zwar noch ein paar Naziführer, die weiterkämpfen wollten. Die Bevölkerung hat die dann am Ende aber einfach ignoriert und ist angeführt von einem Hotelbesitzer mit einer weißen Flagge den amerikansichen Soldaten entgegengegangen. Hat auch ganz gut geklappt

  3. Hallo Ralf,

    Zu den Edelweißpiraten kommen mir die autobiographischen Romane von Kurt Piehl in Erinnerung, die ich als Jugendlicher begeistert gelesen habe. Piehl war in meiner Geburtsstadt Dortmund Teil der Edelweißpiraten oder auch „Latscher“ (latschen = schlurfen, lässiges gehen, im Gegensatz zu marschieren). Also auch oppositionelle oder besser unangepasste Jugendliche im Nationalsozialismus. Stichworte sind Ablehnung der NS-Ideologie insbesondere der Institutionen Hitlerjugend bzw. BDM. Dabei ging es vermutlich mehr um ein selbstbestimmtes Leben bzw. eine Subkultur mit eigener Musik und geschlechterübergreifender Gemeinschaft, als um organisierten Widerstand. Bezüge zur bündischen Jugend und im Ruhrgebiet selbstredend zur Arbeiterbewegung gab es wohl auch.

    1. ralfgrabuschnig

      Hallo! Ja das passt denke ich gut in die anderen Geschichten, die Carmen so geteilt hat bzw. die ich in Rückmeldungen seitdem bekommen habe. Gerade die Ablehnung der HJ bzw. des BDM ist da immer sehr präsent

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