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Der amerikanische Genozid

  • 24. Januar 202217. Januar 2022

Die sogenannten Indianer Nordamerikas spielen im Geschichtsverständnis der USA von heute so gut wie keine Rolle. Das ist tragisch und beginnt im Prinzip schon beim Namen. Der Begriff „Indianer“ gilt in den USA auch heute noch nicht als ernsthaft verpönt – etwa im Vergleich zum N-Wort. Politisch korrekt müsste es hier freilich „amerikanische Ureinwohner“ heißen, aber soweit sind wir offensichtlich nicht und so bleibe auch ich erst mal beim blöden europäischen Oberbegriff Indianer. Der wirkliche Grund, warum es aber so tragisch ist, dass die Geschichte der Ureinwohner in den USA keine Rolle spielt ist dieser: Durch die Expansion der britischen und dann amerikanischen Siedler wurden so viele Indianer ermordet und vertrieben, dass man guten Gewissens von einem Genozid sprechen kann. Und über Genozide hat man zu reden!

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In der heutigen Folge des Podcasts wollen wir uns der Geschichte und Kultur der amerikanischen Ureinwohner also mal nähern. Wie lebten diese Indianer vor dem Eintreffen der Europäer in Nordamerika? Wie gestaltete sich das Zusammenleben in der Zeit danach und warum müssen wir schon lange vor dem berühmten Trail of Tears (oder „Pfad der Tränen“) über einen Genozid sprechen? Wir reden auch darüber, wie die Europäer solche Ideen wie „Stämme“ und „Häuptlinge“ ziemlich frei erfunden haben. Wir sprechen auch über die von den Siedlern so genannten „fünf zivilisierten Stämme“ der Cherokee, Muskogee, Seminolen, Chickasaw und Chocktaw und warum deren Geschichte davor den Trail of Tears umso unverständlicher und brutaler macht. Es wird heavy.

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2 Gedanken zu „Der amerikanische Genozid“

  1. Hallo Ralf, interessante Folge, wie fast immer.
    Ich bin mir nicht sicher, ob Genozid wirklich passend ist.
    Was mich aber noch sehr interessiert hätte – warum gab es im damaligen Nordamerika eigentlich keine Königreiche oder andere Staatsformen wie in der restlichen Welt?
    VG Oliver

    1. Danke! Und ja: Das ist eine legitime Debatte natürlich ohne (für mich zumindest) ganz klare Antwort. Was deine Frage angeht: Zum Zeitpunkt der Ankunft der Europäer, gab es keine Reiche in dem Sinn. Die Gesellschaften waren in Nordamerika (außerhalb des heutigen Mexiko natürlich) eher kleingliedrig. Es gab aber scheinbar ein paar Jahrhunderte zuvor zumindest im Süden der heutigen USA (New Mexico) staatliche Strukturen, die aber untergingen. Dazu weiß ich allerdings auch nichts Genaues. Dürfte deutlich vor dem Auftreten der Azteken gewesen sein jedenfalls

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