Der Polizeistaat Bayern und seine Vorbilder aus der Geschichte

Ein Polizeistaat ist schon etwas tolles. So hat er doch wirklich nur Vorteile. Also für die Regierenden zumindest. Nicht ohne Grund tritt in Bayern diesen Sommer ein neues Polizeiaufgabengesetz in Kraft. Damit darf die bayerische Polizei in Zukunft Anrufe und elektronische Daten ihrer Bürger abhören, wenn aus ihrer Sicht drohende Gefahr besteht. Sie darf dazu auch in Wohnungen einbrechen und Computer und ähnliches beschlagnahmen. Dazu kommen noch Gooddies, wie die Möglichkeit, potentiellen Gefährdern ohne richterlichen Beschluss Aufenthaltsverbote zu verpassen oder sie für ganze drei Monate in Vorsorgehaft zu nehmen. Und sollte das alles nicht reichen, darf die bayerische Polizei bald auch noch Handgranaten werfen. Warum auch nicht? Na, das ist ja keine schlechte Nummer! Zurecht hagelt es also Kritik an diesen Plänen der bayerischen Staatsregierung. Aber ist das Ganze denn wirklich neu? Nein! Der bayerische Polizeistaat kann in der Geschichte auf zahllose Vorbilder zurückgreifen. Immerhin kommt das Gesetz ja von einer konservativen Partei, der CSU. Die machen doch nicht einfach etwas Neues, wenn es auch etwas gutes Altes sein kann! Welche historischen Vorbilder könnten die CSU hier also inspiriert haben? Das absolutistische Bayern unter Maximilian I. Die CSU hat an der Front wirklich gewaltiges Glück! Sie muss sich für ihre […]

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DV005 Eine kleine Geschichte des Klimawandels

Kaum eine Theorie könnte besser belegt sein als der Klimawandel. Trotzdem gibt es immer noch Leute, die ihn nicht für echt halten. Man kann sich eigentlich nur auf den Kopf greifen. Oder man kann auch mal als Historiker einfach seinen Senf dazu geben.

Daher gebe ich in dieser Episode eine Definition des Klimas und begebe mich auf die Ursachen des Klimawandels im Verlauf der Geschichte. Erderwärmung und Abkühlung gab es schon immer und sie haben den Menschen immer Probleme gemacht, von der Steinzeit über die Römer bis hin zur Kleinen Eiszeit der Neuzeit. Warum das alles mit der heutigen Erderwärmung trotzdem kaum etwas zu tun hat, erfahrt ihr hier.

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Warum feiern wir Ostern … und seit wann?

Ostern ist der wichtigste Feiertag der Christenheit. Darüber ist sich eigentlich jeder einig, vom Vatikan abwärts bis zum kleinsten Blogger. Trotzdem ist diese Tatsache ein bisschen überraschend. Das größte Fest des Jahres ist doch so offensichtlich Weihnachten, und nicht Ostern! Es ist auch kein Wunder, dass ich lange vor diesem Beitrag hier schon über die Geschichte von Weihnachten geschrieben habe. Und Mann, Mann, Mann: Weihnachten ist auch wirklich ein total erfundenes Fest. Kaum eine Tradition ist da viel älter als ein paar hundert Jahre. Wie soll Ostern da mithalten? Sind die Osterbräuche auch alle so frei erfunden? Oder kurz gesagt: Was hat Jesus mit Hasen und Eiern am Hut? Zeit, sich die Geschichte Osterns mal ein bisschen genauer anzuschauen. Warum feiern wir Ostern? Wenn man über das wichtigste Fest der Christenheit redet, muss man fast zwangsläufig bei seiner der religiösen Bedeutung anfangen. Mit den heutigen Osterfeiertagen und Osterbräuchen hat all das zwar herzlich wenig gemeinsam, aber sei’s drum. Ostern soll doch immerhin auch Bedeutung haben! Hier gedenken Christen natürlich erstmal einer Sache: Dem Tod Jesu und seiner wundersamen Auferstehung nach drei Tagen. Die längere Version der Geschichte dürfte den meisten ja noch aus Kindheitstagen bekannt sein. Am Gründonnerstag zog Jesus […]

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DV004 : Autokratie in Russland. Von Ivan dem Schrecklichen bis Putin?

Russland und seine Autokratie. Das ist ja fast schon ein Running Gag und die beiden Worte sind inzwischen beinahe Synonyme. Vor kurzem wurde das – wie es scheint – wieder einmal bewiesen. Vladimir Putin gewann im März 2018 ein weiteres Mal die Präsidentschaftswahlen in Russland, diesmal mit ganzen 70 Prozent der Stimmen! Bei solchen Zahlen kann man schon auch mal hellhörig werden. Aber hey! Immerhin hat Putin es diesmal geschafft, die Wahlbeteiligung bei unter 100 Prozent zu halten. Das war auch nicht immer so. Sie lernen ja doch, die Russen.

In dieser Episode des Déjà-vu Geschichte Podcast geht es um genau diese Geschichte: die Autokratie und ihre Rolle in Russland. Warum sind diese beiden Worte so eng miteinander verbunden? Ist die Autokratie in Russland wirklich immer noch so dominant und hat die Demokratie dort tatsächlich einfach keine Chance? Oder ganz blöd gefragt: Wie viel hat Putin mit Ivan dem Schrecklichen gemeinsam? Dazu unternehmen wir eine Reise durch die Geschichte Russlands in den letzten 1200 Jahren. Unterwegs schauen wir uns an, wann und wo genau die Autokratie zum Bestandteil des russischen Staats und der russischen Seele geworden ist – oder sein soll! Und ob wir wirklich eine direkte Linie von den frühen Russen über Ivan den Schrecklichen, Peter den Großen, Lenin, Stalin bis Putin ziehen können … nun, das werden wir dann am Ende herausfinden.

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Drei Volksaufstände für einen guten Zweck. Bier und Prügeleien statt Freiheit und Gleichheit!

Volksaufstand und Revolution. Sie gehören zur Menschheitsgeschichte dazu. Immer wieder erhoben sich die Menschen, um gegen die Zustände im Staat zu revoltieren und nicht selten brachte das radikale Veränderungen mit sich. Die Glorreiche Revolution Englands, die Französische Revolution, die Oktoberrevolution. Die Welt wäre heute eine ganz andere, hätte es das alles nicht gegeben. Manchmal standen die Menschen aber auch für die wirklich wichtigen Dinge im Leben auf. Nicht für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, nein: für Bier, Zocken und Sport! Hier sind meine Top 3 Volksaufstände in der Geschichte. Der Nika Volksaufstand in Konstantinopel Beim ersten Volksaufstand der Liste geht es um die für viele wichtigste Nebensache der Welt: den Sport. Aber natürlich nicht nur. Wir befinden uns in Konstantinopel im Jahr 532. Das Römische Reich im Westen war zu der Zeit bereits untergegangen, Byzanz machte sich nun daran, das mächtige Erbe zumindest im Osten anzutreten. Aber das sollte sich als schwieriger herausstellen als gedacht. Zu dieser Zeit war Justinian Kaiser des Reiches. Und auch wenn er es gern so gehabt hätte: Herrscher von Gottes Gnaden war er nicht unbedingt. Zumindest war es beim besten Willen nicht so, dass er im Reich uneingeschränkt das Sagen gehabt hätte. Denn in Konstantinopel gab es […]

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DV003 : Boulevardpresse und die Geburt des modernen Journalismus

Zeitungen gibt es seit Jahrhunderten, für lange Zeit hatten sie aber ein grundlegendes Problem: Sie waren furchtbar langweilig! Bis Ende des 19. Jahrhunderts ein paar gewiefte Herausgeber eine neue Leserschaft für sich entdeckten und ihre Zeitungen zu Giganten ihrer Zeit machten. Die Geschichten von Joseph Pulitzer, William Randolph Hearst und Harold Harmsworth, 1. Viscount Rothermere. Wie sie die Boulevardpresse erfanden und Medien zu dem machten, was sie heute sind. Aja: und Nazis, ungarische Nationalisten, Flugzeuge und ein Putschversuch kommen auch vor. Man darf gespannt sein!

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Als das Turkvolk der Chasaren am Kaukasus das einzige jüdische Großreich der Geschichte schuf. Oder auch nicht

Das spannende an Geschichte ist, dass sie nur so vor faszinierenden Erzählungen und Ereignissen strotzt. Man muss eigentlich nichts erfinden, um eine fesselnde Story zu erzählen. Trotzdem tendieren gerade die spannendsten Erzählungen der Geschichte oft dazu, zu Mythen umzuschlagen oder gar von Verschwörungstheoretikern aufgenommen zu werden. Was dann tatsächlich Geschichte und was Mythos ist, ist oftmals schwer zu sagen. Die heutige Erzählung ist genau so eine: Die Legende der Chasaren und wie sie das erste und einzige jüdische Großreich der Geschichte erschufen! Wobei… ob sie das wirklich taten hängt ganz davon ab, wen ihr fragt. Und davon, welche Meinung diese Person zum Staat Israel hat. Mann… warum kann ein Thema nicht einfach einmal unkompliziert sein? Das Chasarenreich im frühen Mittelalter Aber wer waren diese Chasaren denn überhaupt? Gute Frage! Eines der faszinierendsten Merkmale dieses Volkes und seines Staates ist ja, dass kaum jemand je von ihnen gehört hat! Dabei handelte es sich beim Chasarenreich um eine echte Großmacht seiner Zeit. Es wurde begründet von Angehörigen eines Turkvolks, das sich im 7. Jahrhundert zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meer breitmachte. Wie das damals so üblich war, kam das Reitervolk der Chasaren aber ursprünglich wohl von weiter östlich. Das kennen wir ja […]

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DV002 : Der Stone of Scone, schottischer Nationalismus und der britische Staat

Der Stone of Scone – auch Stone of Destiny – ist nur ein Stein. Seine Geschichte erzählt uns trotzdem viel über England, Schottland und das gar nicht mal so Vereinigte Königreich von Großbritannien. Und darüber, wie so unnütze Gegenstände wie ein Stein mythologisch aufgeladen und für die jeweils eigene Seite genutzt werden können.

Hier ein Foto des Steins: http://bit.ly/2GB6WgE
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Der Spanisch-Amerikanische Krieg: Wie die USA zur Großmacht und ihr Spread-Eagleism zur Ideologie wurden

In den letzten Wochen habe ich hier über einige Beispiele von Hurra-Patriotismus gesprochen. Von den Anfängen im Griechischen Unabhängigkeitskrieg bis zum recht kürzlichen Aufwallen alter Euphorie im britischen Falklandkrieg geschah es immer wieder. Immer wieder fanden Menschen ihre (oder im Fall der Griechen auch mal eine andere) Nation so richtig geil und mussten es dem Rest der Welt einfach zeigen. Aber natürlich ist keine Abhandlung über Patriotismus komplett, ohne die USA zu nennen! Ich meine, wie oft habt ihr schon amerikanische Touristentruppen erlebt, die laut brüllend durch die Straßen Europas zogen? “USA, USA, USA!” Als würde man sich damit irgendwelche Freunde machen… Aber irgendwo muss das ja herkommen. Und woher? Naja, zum großen Teil vom Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898! Vom amerikanischen Exceptionalism zum Spread-Eagleism Die USA waren ja immer schon etwas Besonderes. Also zumindest glauben das dort viele und auch schon im 19. Jahrhundert war dieser Glaube in den USA weit verbreitet. Man sah sich als etwas anderes als diese ganzen europäischen Staaten, die sich da so in der Welt herumtummelten. Immerhin war man ja die erste richtige demokratische Republik! Und zu so einem Selbstbild gehörten dann ein paar Dinge ganz selbstverständlich dazu. Seit den 1820er-Jahren begannen sich die USA […]

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DV001 : Valentinstag und Frauenhelden in der Geschichte

Vieles von dem, was wir heute als “romantisch” verstehen, was von modernen Männern und von modernen Frauen erwartete wird, kommt aus dem 18. und 19. Jahrhundert. In dieser ersten Episode des Déjà-vu Geschichte Podcasts geht es um zwei berühmte Frauenhelden dieser Zeit, Giacomo Casanova und Lord Byron, und warum das alles gar nicht mal so romantisch war. Hätte es damals nur schon #metoo gegeben…

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