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Terror in Südtirol

Das Land Tirol reichte zu Zeiten der österreichischen Monarchie von Kufstein im Norden bis kurz vor den Gardasee im Süden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde ein Teil dieses Landes – nun Südtirol genannt – aber vom neu entstehenden Staat Österreich abgetrennt und der Siegermacht Italien zugeschlagen. Aus einem Teil eines österreichischen Kronlandes wurde die einfache italienische Provinz Bozen. Dieser Teil der Geschichte Tirols und Südtirols ist bis heute ein Thema und es gibt noch immer Menschen, die Südtirol gerne wieder in Österreich sehen würden. Heute sind diese aber doch deutlich in der Minderheit und die allerwenigsten Südtiroler:innen wünschen sich eine solche politische Veränderung. Vor 50 Jahren sah die Geschichte aber noch ein klein wenig anders aus …

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In der heutigen Folge des Podcast soll es um die gewalttätige Geschichte Südtirols im 20. Jahrhundert gehen. In den späten 1950er-Jahren gründete sich da nämlich der „Befreiungsausschuss Südtirol“ (BAS) und begann bald damit, das Land mit Terror zu überziehen. Die erste Welle dieser Attentate gipfelte im Sommer 1961 in der sogenannten Feuernacht, in der BAS-Aktivist:innen um die Stadt Bozen in Massen Strommasten in die Luft sprengten. In den Jahren darauf radikalisierte sich die Bewegung immer weiter. Insgesamt starben so mindestens 21 Menschen – von Seiten der italienischen Staatsmacht kam es sogar zu Folterungen. Ein Ende kam erst auf politischem Weg durch das Südtirol-Paket von 1972 in Sicht, das der Region Autonomie innerhalb Italiens brachte. Diesen blutigen Prozess möchte ich mir heute genauer anschauen – und zwar mit Franziska und Amrei von „Darfs ein bisserl Mord sein“!

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Quellen

9 Gedanken zu „Terror in Südtirol“

  1. Ludwig Georg Rehle

    Moin!
    Bin so ca. 1985 durch Frankenfeste gewandert … an einem Sonntag an dem dort eine „deutsche Hochzeit“ war: Der ganze Ort war mit der Reichskriegsfahne dekoriert …
    Ach ja: Und ich hab davon auch schon vorher gehört: Vorgeschichte II.WW und das Verhältnis Mussolini & Hitler.
    => Ansiedlung: Nach dem II.WW hat Adenauer katholische Vertriebene gezielt in protestantischen Gegenden angesiedelt.
    Man sieht, das passiert immer wieder.
    Gruß,
    Ludwig

    1. ralfgrabuschnig

      Oh Gott … ich hoffe doch trotzdem sehr, dass das eine grausige Ausnahme war.

      Und danke für die Ergänzung mit Adenauer. So war mir das nicht bekannt. Gibt es dazu gute Quellen? Zu ihm passen würde es ja …

      1. Moin!
        Ne, nicht wirklich, am Tag darauf sind wir einige Zeit zusammen mit einem – aus meiner damaligen Sicht – älteren Ehepaar zusammen gewandert … bis diese dann immer deutlicher ihre „großdeutsche“ Gesinnung uns gegenüber deutlich machten. Wir haben uns dann möglichst bald davon gemacht.
        Und die – damals jedenfalls nicht verbotene – Reichskriegsfahne aus dem WWI (!) hat man schon öfter mal gesehen …
        **
        Adenauer: Finde aktuell nur neutrale Einträge, daß „oft“ Vertriebene wg. iher Religion Probleme hatten: Klar: Wenn man 2 Mio Protestanten nach Bayern umsiedelt … und bis weit über die 60er hinaus war es in Bayern auf dem Land ein Problem wenn man eine Ungläubige, sprich Evangelische geheiratet hat.
        Stichwort wäre hier auch „Kapellenwagen“ .
        Ansonsten kenn ich das aus den Erzählungen meiner Mutter, die das selbst mit erlebt hat als plötzlich im protestantischen Württemberg die katholischen Flüchtlinge zu tausenden auftauchten.

  2. Ich fand den Podcast sehr interessant, die Geschichte Südtirols der letzten 100+x Jahre, ist definitiv ein spannendes Thema. Aber ich habe ein paar Anmerkungen:
    Sehr gewundert hat mich Eure Vermutung, dass die Bezeichnung „Bumser“ für die Terroristen nichts mit „bumsen“ zu tun haben soll. Tirol ist das Land des Alt-Männer-Witzes und die Anerkennung für die jungen Terroristen kommt doch bei der Bezeichnung als „Bumser“ wunderbar heraus. Und natürlich war (und ist) der „Südtiroler Freiheitskampf“ vorwiegend eine Männersache.
    Eure Sympathie für diesen Kampf, teile ich überhaupt nicht. Sie gipfelte im Podcast in der Frage, ob sich der Terror vielleicht letztlich doch gelohnt haben könnte. (Wobei Ihr einfach unterschlagt, dass die Terroristen ihre Ziele ja ganz eindeutig nicht erreicht haben). Ihr habt danit schon eine sehr deutsch(österreichische) Sicht eingenommen. Ja, der italienische Staat war (und ist) auch nach dem Faschismus eine ziemlich widerliche Geschichte. Polizeigewalt, Folter, staatliche Terroranschläge, Gladio etc., das alles gab es übrigens nicht nur in Südtirol sondern in ganz Italien. Aber das macht die Gegner ja noch nicht besser, schon gar nicht diese Gegner. Sicher wolltet ihr Euch eigentlich nicht mit den (auch österreichischen und deutschen) Neonazis gemein machen, die an diesem Kampf entscheidend beteiligt waren. Interessanterweise blieben die bekannten österreichischen BAS-Kämpfer im Podcast unerwähnt.
    Aber meine eigentliche Frage ist, wieso ihr die Ziele der BAS so positiv aufgenommen habt? Ein nationales Programm, gegen die „Überfremdung“, und um nix besser als das italienische Gegenstück. Ich sehe da keine „Guten“ in dem Konflikt, niemand, dem ich auch nur irgendwie entfernt die Daumen halten würde. Wo sollen die auch herkommen, in der einzigen Provinz Norditaliens, in der es keine Partisanen gab, die im Krieg gegen Nazis und Faschisten gekämpft hätten. Nichts als Nationalismus auf beiden Seiten.
    Ciao
    Pippo

    1. ralfgrabuschnig

      Hey Pippo!

      Danke für deine Gedanken! Glaubst du, da ist ein Zusammenhang mit den „Bumsern“? Das mit der Männersache und dem „Altherrenwitz“ stimmt zwar sicher alles, aber mir kam das dann doch unwahrscheinlich vor, rein sprachlich. Was den zweiten Punkt angeht: Die Frage nach dem „lohnen“ war schon grundsätzlich gedacht und wird auch in der Forschung gestellt. Hatte der Terrorismus eine positive, negative oder gar keine nennenswerte Auswirkung auf das Autonomiepaket? Das ist für mich keine moralische Frage oder Wertung.

      Dass du das mit den Sympathien so wahrgenommen hast, schockiert mich tatsächlich. Das war nicht meine Intention und entspricht auch nicht meiner (und ich denke unserer) Einstellung. Wir haben diese Aussagen vor allem im Kontext der Folterungen getroffen bzw. als wir über die diskriminierende Gesetzgebung gesprochen haben. Dass die Gegenseite nicht gerade besser war und dass da am Ende natürlich Nationalismus gegen Nationalismus stand, ist für mich selbstverständlich und das hast du gut auf den Punkt gebracht.

  3. Solch Vergleiche sind zwar an sich Unsinnig, aber der Italienische Staat hätte mal mit dieser Enegie gegen die Mafia vorgehen sollen…

  4. Hallo!
    Auch in Österreich gibt es noch Bilder von Hitler und Musolini, zumindest eines.
    In der Grazer Stadtpfarrkirche gibt es ein Mosaik mit der Darstellung des Kreuzweges Jusu (sagt man das so? ich bin Atheist und wundere mich das ich doch einiges über die Kirche und Bibel weiß).
    Dort stehen im Publikum Hitler und Musolini, möglicherweise um sie als unchristlich hinzustellen, weil sie nicht geholfen haben – keine Ahnung was die Intention des Künstlers war.
    Gemacht wurde das in den 60er Jahren, glaube ich.
    Liebe Grüße auch an Franziska und Amrei, durch die beiden bin ich auf dejavú gestoßen

    1. Hallo Bernd! Erstmal cool, dass du bei Déjà-vu dabei bist bzw. geblieben bist 🙂

      Das muss ich mir unbedingt bei nächster Gelegenheit mal ansehen. Gute Ausrede, das Klimaticket zu nutzen. Klingt auf jeden Fall einigermaßen absurd … Und ja (ich nehme mal an, das erste U war ein Tippfehler): Dann stimmt „Jesu“. Ist das lateinischer Genitiv? Ich tappe da ähnlich im Dunkeln wie du 😀

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