Die Lebensreformbewegung. Visionär oder völkisch?

Die Lebensreform war eine breite Bewegung, die das ausgehende 19. Jahrhundert in Deutschland und der Schweiz wohl deutlich stärker prägte, als es den Menschen damal bewusst war. Noch heute sind Erben der Lebensreformbewegung in unser aller Alltag präsent: Wenn du jemals in einem Reformladen eingekauft hast, hast du dieses Erbe schon gesehen. Oder wen du dich jemals mit Naturheilkunde, FKK oder Reformpädagogik auseinandergesetzt hast. Aber war war die Lebensreform überhaupt? Im Kern stellte die Bewegung die hektische Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert in Frage – die rasende Industrialisierung und Urbanisierung – und stellte dieser eine Alternative entgegen: Die Rückkehr zur Natur. Das klingt auch heute noch gut. Aber leider ist die Geschichte der Lebensreform nicht ganz so einfach. Denn neben allen progressiven Ideen waren viele ihrer Gruppierungen auch Horte des völkischen Gedankenguts und nahmen zahlreiche Ideen des Nationalsozialismus vorweg.

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Das möchte ich mir in dieser Episode des Déjà-vu Geschichte Podcast näher anschauen, aber nicht alleine. Ich darf nämlich endlich wieder Alexa und Alexander von Hoaxilla hier willkommen heißen! Gemeinsam schauen wir uns die komplexe Geschichte der Lebensreformbewegung an – von ihren romantischen Seiten wie der proto-Hippiesiedlung Monte Verità – bis hin zu ihrer Nähe zum Nationalsozialismus. Wir merken aber vor allem eines schnell: Die Themen der Lebensreform spielen auch heute noch eine Rolle, auch abseits von Reformhäusern. Die Mischung aus Esoterik und rechtem Gedankengut, die in Teilen der Lebensreformbewegung vorherrschte, finden wir heute unter Coronagegner*innen oder Reichsbürger*innen wieder.

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2 Gedanken zu „Die Lebensreformbewegung. Visionär oder völkisch?“

  1. Oh ja, das kenne ich alles. Meine Mama ist eine von denen, und mein Vater war ein eher neutrales Gegengewicht.
    Ich bin wohl nur um die Waldorfschule herumgekommen, weil es die damals bei uns noch nicht gab. Aber Rohkost und Reformhaus, jeden Tag. Vom Taschengeld habe ich mir dann heimlich Nutella und Chips gekauft. Es war auch immer ein esoterischer Touch dabei, zum Glück kein völkischer, sondern wenn, dann eher ein naturvölkischer, auch bewusst anti-imperialistischer, der schon wieder so weit umschlug, alles Nicht-Europäische zu vergöttern.
    Also eigentlich nicht schlimm, außer dass finanziell nie ein Urlaub drin war, weil das Reformhaus für die Äpfel halt dreimal soviel verlangt wie der Supermarkt.

    Vor dem Hintergrund der Lebensreformbewegung gibt es auch einen hervorragenden Roman von Christian Kracht: „Imperium“, worin Lebensreform (in dem Fall Nudismus und Veganismus) und deutscher Kolonialismus Hand in Hand in den Südpazifik auswandern.
    https://andreas-moser.blog/2017/04/06/buchbesprechung-imperium-von-christian-kracht/

    Bei mir führt dieses ganze gesundes-Leben-Thema dazu, dass ich mir jetzt aus Protest eine Zigarre gönne…

    1. Achja stimmt, das hast du schon mal erwähnt. Es ist halt wirklich weit verbreitet, das Ganze. Danke für die Empfehlung und dann gönn dir mal die Zigarre! 😉

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