Die Privatkolonie Kongo

Der europäische Kolonialismus war nun ja nirgends auf der Welt sonderlich glorreich. Für die grenzenlose wirtschaftliche Ausbeutung ihrer Kolonien waren die europäischen Mächte überall bereit, massive Gewalt walten zu lassen. Daran änderte auch der halbherzige Anstrich als „Zivilisationsbringer“ nichts. Und doch stechen die Verbrechen in einer bestimmten Kolonie ganz besonders hervor: im Kongo. Denn der Kongo war im 19. Jahrhundert anders als andere europäische Besitzungen in Afrika. Er war nicht durch einen europäischen Staat kolonisiert worden, sondern durch eine Privatperson! Sein Besitzer war ein gewisser Leopold, seines Zeichens König von Belgien. Und der tobte sich in seinem afrikanischen „Eigentum“ mächtig aus …

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Leopold II. von Belgien war ein gewieftes Kerlchen. Er wusste, dass er mit Gewalt wohl kaum an eine afrikanische Kolonie für sein Belgien kommen würde. Also gründete er in den 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts stattdessen eine NGO: Die Internationale Afrika-Gesellschaft, die sich die Verbesserung der Lebensbedingungen in Afrika auf die Fahnen schrieb. Und unglaublicherweise: Leopold schaffte es tatsächlich, diese Gesellschaft und damit sich selbst zum Herrscher über das Kongogebiet erklären zu lassen – von den anderen Kolonialmächten Europas! Aus der angeblich wohltätigen NGO-Arbeit wurde schnell eine Schreckensherrschaft, die ihresgleichen suchte. Als „Kongogräuel“ ging sie in die Geschichte ein. Wohltäter Leopold beutete den Kongo schlicht so lange für den neuen In-Rohstoff Gummi aus, bis die Bevölkerung am Boden lag und Millionen den Tod fanden. Um diese dunkle Vergangenheit der heutigen Demokratischen Republik Kongo soll es in dieser Folge gehen.

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5 Gedanken zu „Die Privatkolonie Kongo“

  1. Oder: Du könntest mich auf ein Bier einladen und ich berate Dich mal – vollkommen absichtsfrei – zum Thema Versicherungen und Geldanlage … war insgesamt rund 28 Jahre als Nebenberufsvertreter tätig 🙂

  2. Und zu Deiner Frage am Ende:
    – Ja, Massenmörder u.ä. sollten nicht gefeiert werden: Himmler, Hitler, … Leopold sollten keine Straßen oder Denkmäler haben.
    – Aber alles andere ist vollkommen übertrieben und geht mir echt nur auf die Nerven. Oder wollen wir mit den Zulus mal über Ihre Greul reden, die sie bei der Eroberung großer Gebiete in Afrika begangen haben? Mit den Mongolen über Schädelpyramiden? Mit den Österreichern über Ihre Truppen im 30-jährigen Krieg und den Denkmälern für Ihre Kaiser …

    1. Danke Ludwig! Ich glaube, da ist eine zeitliche Unterscheidung oder gar Diskriminierung schon auch angebracht. Alle Gräuel der Geschichte werden wir mit Straßennamen wohl kaum aufarbeiten. Andererseits sind es aber doch oft die jüngeren Ereignisse und Personen, die als Namensgeber herhalten und oft problematisch sind. Deren Taten sind von unserer Gegenwart oft nicht so weit weg, da finde ich eine Aufarbeitung sehr sinnvoll

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