Archive: Episoden

Das Morgenländische Schisma von 1054 wird oft als endgültiger Bruch zwischen katholischem und orthodoxem Christentum betrachtet. Hier zu sehen: Die Flaggen der Griechisch-Orthodoxen Kirche und des Vatikan.

Ost gegen West? Das morgenländische Schisma von 1054

Am 16. Juli des Jahres 1054 ereignete sich in Konstantinopel etwas, das die Geschichte des Christentums für immer verändern sollte. Das Morgenländische Schisma nahm an diesem denkwürdigen Tag seinen Anfang. Der Papst und die Katholische Kirche des Westens auf der einen, die Orthodoxe Kirche des Ostens auf der anderen Seite überwarfen sich miteinander. Die Einheit des Christentums gehört damit ein für alle Mal der Vergangenheit an, die Unterschiede zwischen den beiden Kirchen gehen seitdem nur noch weiter auseinander und eine Wiedervereinigung scheint auch heute noch kaum vorstellbar. Zumindest wird die Geschichte dieses radikalen Bruchs gerne so erzählt. Doch ist das wirklich so einfach? Kann man das Schisma zwischen Ost und West wirklich auf einen einzigen Tag datieren?

Wie so oft in der Geschichte, kann man das in Wirklichkeit nicht! Die christlichen Kirchen im Oströmischen Reich und die im ehemals Weströmischen Reich entwickelten sich zu diesem Zeitpunkt im 11. Jahrhundert, an dem das Schisma angeblich stattfand, bereits seit Hunderten von Jahren voneinander weg. Es gab seit langem Streitigkeiten um theologische Unterschiede, insbesondere den Streit um das Filioque oder die Natur des Heiligen Geistes. Aber doch sind diese Entwicklungen letzten Endes nur ein kleiner, fast schon unbedeutender Teil der Geschichte. Sie sind nur die sichtbarsten Zeichen einer kulturellen Entfremdung, die lange vor 1054 begann und auch danach noch eine ganze Weile andauerte.

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Das Persische Reich fand im 20. Jahrhundert ein ruhmloses Ende. Vorhersehbar war nichts davon. Hier zu sehen: Anhänger der konstitutionellen Revolution von 1906.

Das Persische Reich und sein ruhmloses Ende

Der Persische Reich fand mit der Islamischen Revolution im Jahr 1979 ein ruhmloses Ende. Der letzte Schah Mohammad Reza wurde zur Flucht gezwungen, eine der ältesten Monarchien der Welt hörte quasi über Nacht auf zu existieren. Vorhersehbar war freilich nichts davon, wenn auch das alte Perserreich schon seit Jahrhunderten von einer Krise in die nächste schlitterte. Schon im 16. Jahrhundert bekamen die persischen Schahs es mit einem schier übermächtigen Nachbarn, dem Osmanischen Reich, im Westen zu tun, später marschierten dann regelmäßig russische, britische oder gleich beide Truppen in Persien ein und besetzten immer wieder Teile des Landes.

In dieser Episode des Déjà-vu Geschichte Podcast möchte ich davon erzählen, wie Shah, Politik und Gesellschaft auf diese Herausforderungen reagierten. Ich erzähle von der Konstitutionellen Revolution von 1906, die die absolute Herrschaft der Schahs im Persischen Reich beendete und eine verfassungsmäßige Ordnung schuf. Ich erzähle von den verhängnisvollen Konzessionen, die etwa im Bereich der Erdölförderung an ausländische Investoren vergeben wurden und ich erzähle von der Herrschaftszeit eines Reza Schah Pahlavi, der aus all dem einen radikalen Ausweg suchte. Dabei bleibt am Ende sogar noch Zeit, über die verwirrende Frage des Namens dieses Persischen Reiches zu reden und was seine Umbenennung in Iran wirklich bedeutete. Zum Schluss ist eines sehr deutlich. Nichts an dieser Entwicklung bis hin zur Islamischen Revolution war vorgezeichnet und alles hätte auch ganz einfach anders kommen können. Wie immer in der Geschichte.

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Episode zur Geschichte des Iran als Gottesstaat: https://ralfgrabuschnig.com/zarathustra-zoroaster-persien/
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John DeLorean und seine Frau im Jahr 1971, kurz vor seiner Kündigung bei GM und Start von DMC.

John DeLorean und das Auto der Zukunft

Der DeLorean. Man kennt ihn wahrscheinlich aus den Filmen der “Zurück in die Zukunft” Reihe. Dieses Auto, das ja eigentlich den Namen DMC 12 trug, hätte in den frühen Achtzigern das Auto der Zukunft sein sollen. Zumindest wenn es nach seinem Schöpfer John DeLorean gegangen wäre, hätte es das. Doch es kam alles anders als geplant und schon als der Film mit Michael J. Fox 1985 in die Kinos kam und das Auto damit zur Legende machte, war das Unternehmen DMC seit drei Jahren insolvent. Sein Besitzer, John DeLorean, wurde in der Zwischenzeit gar wegen Kokainschmuggels vom FBI festgenommen.

Aber bis dorthin war es für ihn ein langer Weg. Ein Lebensweg, der uns viel über die USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erzählt. John DeLorean wurde 1925 geboren und zwar in der Stadt der Automobilindustrie schlechthin: in Detroit. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren stieg er schließlich zum Star eben dieser Automobilbranche auf. Er arbeitete erst für Chrysler, dann für Packard und schließlich für General Motors, wo er sich bald einen Namen als rebellischer und ungewöhnlicher Mann machte. In den Siebzigerjahren war der Ruhm John DeLoreans schon lange in der amerikanischen Öffentlichkeit angekommen, er heiratete Topmodells, jettete um die Welt und Mitte des Jahrzehnts machte er sich also daran, das Auto zu schaffen, das alles für immer verändern sollte. Bis es anders kam.

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Auf dem Balkan spielt das Mittelalter für den Nationsmythos eine herausragende Rolle. Hier zum Beispiel das Gemälde "Schlacht auf dem Amselfeld" von Adam Stefanović aus dem jahr 1870.

Der Balkan, das Mittelalter und der Mythos um die Nation

Nationsmythen gehören überall auf der Welt fast zur Selbstverständlichkeit. Das trifft auf so gut wie jedes Land zu, der Balkan bietet uns in der Hinsicht trotzdem ein besonders spannendes Beispiel. Denn in nur wenigen anderen Teilen Europas spielt das Mittelalter eine so prominente Rolle darin, wie Nationen imaginiert werden. Gerade von außen wurde diese Tatsache ja immer wieder als Vorwand genommen, die Balkanstaaten als rückständig und barbarisch darzustellen. Worte wie „Pulverfass“, „Balkankrise“ und „Balkankriege“ kommen in den Sinn. Der Sache wollen wir uns in dieser Episode mal etwas unvoreingenommener (oder zumindest von einer anderen Seite voreingenommen) nähern und dafür habe ich mir zwei Fachleute ins Boot geholt: Danijel und Krsto vom Podcast Neues vom Ballaballa-Balkan! Gemeinsam schauen wir uns diese angeblichen Wurzeln der Nationen Kroatien und Serbien im Mittelalter näher an.

Für den Nationalismus in Kroatien und Serbien spielt das Mittelalter ja tatsächlich eine herausragende Rolle. In Kroatien verweisen Anhänger der geläufigen kroatischen Nationalidee nach wie vor auf einen gewissen König Tomislav, der das Land im Jahr 925 geeint haben soll. Was auch immer dieses Land damals genau war und was auch immer “geeint” heißen soll … In Serbien wiederum wird noch heute über die Schlacht auf dem Amselfeld, dem Kosovo Polje, gesprochen, in der serbische Truppen (eigentlich ja eine breite Koalition christlicher Truppen) gegen die heranrückenden Osmanen kämpften. Die Geschichte wirft einen langen Schatten auf dem Balkan. Die Nationen selbst wirken dadurch uralt und genau das ist auch der Sinn dieser Geschichten. Doch in Wirklichkeit sind auch die serbische oder kroatische Nation nicht älter als jede andere Nation: ziemlich genau zweihundert Jahre nämlich.

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Ballaballa-Balkan: https://ballaballa-balkan.de
Unsere gemeinsame Episode dort: https://soundcloud.com/user-89524652/neues-vom-ballaballa-balkan-episode-23-geschichtsmythen-oder-tausendjahrige-spinnereien
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Trachten wie Lederhose und Dirndl scheinen uralt und Fotos wie dieses aus dem 19. Jahrhundert scheinen das zu bestätigen.

Trachten und der Nationalismus. Die kurze Geschichte von Lederhose und Dirndl

Trachten wirken auf uns heute oft ziemlich archaisch. So eine Lederhose, ein Dirndl oder auch etwa ein schottischer Kilt … Das hat etwas Altmodisches, etwas Konservatives, dadurch aber auch etwas zutiefst Historisches. Nicht ohne Grund werden Trachtenveranstaltungen und solche, auf denen Trachten zumindest eine Rolle spielen wie am Oktoberfest, im dazugehörigen Marketingsprech gern mit Tradition gleichgesetzt. Aber wie so oft in der Geschichte ist es mit dieser Tradition bei näherem Hinsehen nicht so weit her. Es stellt sich nämlich heraus: Im Prinzip sind Trachten – ob Lederhose, Dirndl oder Kilt – erfundene Traditionen. Und wie so oft führt uns die Herkunft dieser Erfindung ins 19. Jahrhundert zurück, das große Zeitalter des Nationalismus.

Egal wo man zu der Zeit hinschaut – sei es Deutschland, Bayern, Österreich oder Schottland: Überall tat sich im 19. Jahrhundert etwas sehr Ähnliches. Allerorts kamen da nämlich nationale Ideen auf und die trieben teils merkwürdige Blüten. Blüten, die auch vor der Kleidung des Landes nicht halt machten. Die Reise der Tracht über die letzten 200 Jahre bis zu ihrer heutigen Omnipräsenz auf der Wiesn ist dabei trotzdem keine geradlinige. Nicht alle erfasste der neue Nationalstolz gleich, nicht jeder fand und findet Trachten gut und sogar Vertreter der katholischen Kirche fühlten sich vor nur hundert Jahren noch genötigt, die Lederhose als Werk Satans zu bezeichnen. Und dann gab es da natürlich noch die Nazis, deren Herrschaft an den Trachten auch nicht spurlos vorüberging …

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Gibt es historische Gründe für den Austritt Großbritanniens aus der EU? Etwa gar der dargestellte Oliver Cromwell?

Historische Gründe für den Austritt der Briten aus der EU

In den letzten Tagen nahm der Prozess um den britischen Austritt aus der EU nach einigen langatmigen Jahren doch noch gewaltig an Fahrt auf. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse beim Brexit geradezu. Die Abstimmung in Großbritannien, das Referendum von 2016, zeitigt also doch noch Folgen. Oder vielleicht auch nicht, wer kann das noch mit Sicherheit sagen? Zum Anlass des – nun doch nicht Austrittsdatums der Briten – am 29. März möchte ich in dieser Folge des Déjà-vu Geschichte Podcast über die historischen Gründe für ihren Austritt aus der EU sprechen. Weil das aber langweilig wäre, machen wir es doch ein wenig polemischer: Warum ist der Brexit aus der Geschichte heraus eigentlich nur folgerichtig und warum wird das mit Großbritannien und Europa auch in Zukunft nichts mehr?

Ein Grund drängt sich dabei geradezu auf: England und Großbritannien waren nämlich noch nie allzu gut darin, ihre alten und verschleppten Probleme zu lösen. In dieser Folge spreche ich über zwei solche historische Beispiele. Einerseits soll es um das englische Problem mit der Religion und dem Katholizismus gehen. Das verfolgt das Land schließlich seit bald 500 Jahren und wenn man aktuell nach Irland blickt, scheint sich daran nach wie vor nichts geändert zu haben. Das zweite ungelöste Problem der Briten, das beim jetzigen EU Ausstieg besonders deutlich wird, ist das Thema Europa selbst. Daher möchte ich auch über die tiefen Wurzeln der Euroskepsis in der konservativen Partei Großbritanniens sprechen.

Auf deja-vu-geschichte.de findest du den Blogartikel zu dieser Episode. Dort argumentiere ich das genaue Gegenteil dieser Folge: Warum das zwischen Großbritannien und der EU sicher wieder wird und warum Europa für England immer die Lösung war. Und wenn dir der Déjà-vu Geschichte Podcast gefällt, dann abonniere ihn doch bitte und bewerte ihn auf iTunes! Das hilft mir ungemein, ein bisschen Sichtbarkeit in der großen weiten Welt der Podcasts zu erlangen.

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Ein Sargeant at Arms in Liberia. Aus den Akten der American Colonization Society in der Library of Congress Washington.

Die American Colonization Society und die “Rückkehr” nach Afrika

Sklaverei und Rassismus haben in der Geschichte merkwürdige Blüten getrieben. Um eine besonders merkwürdige soll es heute gehen: Die American Colonization Society und ihre Versuche, freie Schwarze aus Amerika in Liberia anzusiedeln. Oder wie sie es damals genannt hätten: Ihre “Rückkehr nach Afrika” zu ermöglichen. Durch den transatlantischen Sklavenhandel kamen inbesondere im 18. Jahrhundert Millionen afrikanischer Sklaven in die späteren USA. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts stellten diese Sklaven – vielmehr aber noch die inzwischen gut 200.000 freien Schwarzen in den USA – die weiße Elite des Landes vor ein gewaltiges Problem. Was sollte man mit diesen Leuten tun? Die rassistische Mehrheitsmeinung der Zeit besagte schließlich, dass eine Integration in die weiße Gesellschaft keinesfalls möglich sein könne. Da kamen sie eben auf diese andere Lösung …

Die schon genannte American Colonization Society machte es sich ab 1816 schließlich zum Ziel, freien Schwarzen die “Rückkehr” nach Afrika zu ermöglichen. Konkret wurde dafür die Region des späteren Liberia ausgewählt. Doch die großen Denker in der American Colonization Society machten in ihrer Planung einen gewaltigen Fehler. Die mehreren Tausend schwarzen Amerikaner, die sie im Zuge der nächsten Jahrzehnte in Liberia ansiedelten, sahen sich nämlich keineswegs als Heimkehrer! Und noch viel weniger sahen sie sich als Teil der dortigen Bevölkerung. Nachdem Liberia einige Jahrzehnte später ein unabhängiger Staat wurde, etablierten die Americo-Liberaner bald ein System, das ziemlich an die Apartheid Südafrikas erinnert. Dadurch wurde Liberia zwar im Gegensatz zu fast allen anderen afrikanischen Gebieten keine Kolonie. Irgendwie war es das aber ohnehin schon.

Auf deja-vu-geschichte.de findest du den Blogartikel zu dieser Episode, in dem es um den transatlantischen Sklavenhandel geht und warum er noch viel rassistischer war, als du glaubst. Und wenn dir der Déjà-vu Geschichte Podcast gefällt, dann abonniere ihn doch bitte und bewerte ihn auf iTunes! Das hilft mir ungemein, ein bisschen Sichtbarkeit in der großen weiten Welt der Podcasts zu erlangen.

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Blogpost über Darien: https://ralfgrabuschnig.com/darien-schottland
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Santa Muerte wird meist als weibliches Skelett und in Kleider gehüllt dargestellt. Mehr über die Geschichte, Bedeutung und Religion um diese Heilige des Todes aus Mexiko.

Santa Muerte: Wunschmaschine des Todes

Der Kult um Santa Muerte ist eine der am schnellsten wachsenden religiösen Bewegungen der Welt. In ihrem Ursprungsland Mexiko ist diese Heilige des Todes (oder ist sie das?) inzwischen fast allgegenwärtig. Kleine Statuen dieser Heiligen, die meist als weibliches Skelett in Frauenkleidern dargestellt wird, finden sich dort in Souvenirshops, auf Ladentresen und in Taxis. In den internationalen Medien wird der Glaube an Santa Muerte aber meist mit nur einer Bevölkerungsgruppe Mexikos verbunden: den Drogenschmugglern und Kartellmitgliedern. Die tatsächliche Religion dahinter, ihre Bedeutung und die Geschichte von Santa Muerte … darüber wird dagegen weniger gesprochen. Dabei wir dem Kult da einige historische Dimension zugesprochen, sogar bis zurück in aztekische Zeit!

In dieser Episode des Déjà-vu Geschichte Podcast gehe ich dem Ganzen mal auf den Grund. Aber ich tue das nicht allein! Als Partner steht mir diese Woche nämlich Fabian vom Secta-Podcast zur Seite. Als evangelischer Theologe, der sich in seinem Podcast regelmäßig mit Sekten und “religiösen Sondergemeinschaften” auseinandersetzt, hilft er mir, etwas Licht in das Dunkel des Santa Muerte Kults zu bringen. Gemeinsam sprechen wir ganze eineinhalb Stunden lang über diese aufstrebende Religion, ihre Geschichte, ihre Symbole und die Bedeutung von Santa Muerte für die Gläubigen. Und was soll ich sagen: Lustig ist es geworden! Und lehrreich sowieso.

Wenn dir die Episode gefällt, hör doch auch in Fabians Secta-Podcast rein! Er liefert dort regelmäßig verdammt spannende Geschichten ab, immer top recherchiert, tiefgründig und noch dazu großartig produziert. Auf deja-vu-geschichte.de findest du dann auch noch einen Blogartikel von mir, in dem ich mich mit dem (zumindest symbolisch gesehen) europäischen Vorläufer von Santa Muerte auseinandersetze: Dem guten alten Sensenmann! Wo kommt diese Figur denn eigentlich her und seit wann glauben Menschen an sie? Genau darum geht es dort. Und wenn dir der Déjà-vu Geschichte Podcast gefällt, dann abonniere ihn doch bitte und bewerte ihn auf iTunes! Das hilft mir ungemein, ein bisschen Sichtbarkeit in der großen weiten Welt der Podcasts zu erlangen.

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Das erwähnte Paper: https://journals.tdl.org/add/index.php/add/article/view/7038
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Das finstere Mittelalter wird oft wie auf diesem Bild dargestellt: Ein Mönch, eine Schrift, viel Dunkel, wenig Licht. Aber dieser Mythos des Zeitalters ist nicht nur ein bisschen falsch.

Der Mythos vom finsteren Mittelalter

Das Mittelalter ist unter allen Epochen der Geschichte wohl diejenige, die am meisten mit Mobbing zu kämpfen hat. Es hat einfach keinen guten Ruf. Und dieser miese Ruf, den das Mittelalter geniest, lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: finster. Das Mittelalter ist einfach finster! Nicht ohne Grund wird es als Dunkles Zeitalter bezeichnet! Zu dieser Geschichte gehören ein paar Elemente dazu, die es angeblich so finster machten. Ein paar besonders Beliebte davon: Überall herrschte Armut, alle litten Hunger, alt wurde sowieso keiner, allerorts herrschte bestialischer Gestank dank der mangelnden Hygiene, Gewalt war allgegenwärtig, Folter an der Tagesordnung, jeden zweiten Tag wurden irgendwo Hexen verbrannt und man glaubte obendrein noch, die Erde wäre eine Scheibe. Dass das alles eher Mythos als historische Realität ist, liegt doch eigentlich auf der Hand.

Genau deshalb gehe ich in dieser Folge des Déjà-vu Geschichte Podcast dem Mythos des finsteren Mittelalters mal anständig auf den Grund. Wo kommt dieses noch immer so verbreitete Bild der Epoche her? Seit wann gibt es solche Beschreibungen und in welchem Zusammenhang sind sie entstanden? Denn eines ist doch klar: Ganz allein der Realität geschuldet sein, können sie nicht. Dafür sprechen dann doch zu viele große Errungenschaften des Mittelalters dagegen. Denn immerhin entwickelten sich in dieser Zeit auch Architekturstile wie die Gotik, die zuvor nicht mal für möglich gehalten worden wären. Die Universität wurde im Mittelalter erfunden, italienische Handelsstädte und die Hanse revolutionierten den Handel, und und und … Also: Woher die ganzen Vorurteile? Es stellt sich heraus: Gewisse Menschen hatten einfach ein persönliches Interesse an diesem Image des Mittelalters. Ihre Argumente hallen bis heute nach.

Auf deja-vu-geschichte.de findest du auch den Blogpost zu dieser Episode. Dort werfe ich einen Blick auf die Darstellung des Mittelalters in Filmen und schaue mir somit ein paar der in dieser Folge besprochenen Vorurteile in der Praxis an. Wenn dir der Geschichte Podcast gefällt, dann abonniere ihn doch bitte und bewerte ihn auf iTunes! Das hilft mir ungemein, ein bisschen Sichtbarkeit in der großen weiten Welt der Podcasts zu erlangen.

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Russland hatte 1492 seinen ganz persönlichen Weltuntergang. Basis war die etwas kreative Vorhersagung durch die Interpretation der Bibel. Hier ein russisches Bild zum Armageddon von Viktor Vasnetsov.

Der russische Weltuntergang von 1492

Der Weltuntergang. Für die Menschheit hat der Gedanke an ihn offensichtlich etwas ziemlich Faszinierendes. Besonders im Christentum spielte die Idee des nahenden Armageddon, des quasi direkt bevorstehenden Jüngsten Gerichts, schon immer eine bedeutende Rolle. Immerhin erachtete man doch im Erscheinen des Messias Jesus Christus die jüdische Prophezeiung für erfüllt. Nun sollte doch bald die Endzeit anbrechen, die Zeit des Friedens auf Erden oder sowas in der Art. Als das dann doch nicht sofort zu Lebzeiten Jesu geschah, begannen christliche Gelehrte sich irgendwann zu wundern. Wann wird es denn soweit sein? Wo bleibt der Weltuntergang?

Ein ganzes religiöses Betätigungsfeld entwickelte sich um diese Frage, die sogenannte Eschatologie. Und über die Jahrhunderte gab es immer wieder neue Termine für den in Kürze bevorstehenden Weltuntergang. Im Jahr 1492 gab es sogar einen Termin, der fast exklusiv in nur einem Land Gültigkeit besaß: in Russland beziehungsweise dem Großfürstentum Moskau. Aufgrund von Berechnungen aus der Bibel und dem byzantinischen Kalender war die Lage dort eigentlich eindeutig. Die Welt musste 1492 enden! Doch einige Menschen fanden einen kreativen Ausweg aus der Missere.

Auf deja-vu-geschichte.de findest du den Blogpost zu dieser Episode. Dort schaue ich mir im Allgemeinen an, welche Termine für den nahen Weltuntergang in der Geschichte schon so in Frage kamen und warum. Die Frage, wieso das dann nie eintrat, spare ich mir lieber gleich … Ach ja, und wenn dir der Geschichte Podcast gefällt, abonniere ihn doch bitte und bewerte ihn auf iTunes! Das hilft mir ungemein, ein bisschen Sichtbarkeit in der großen weiten Welt der Podcasts zu erlangen.

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Blogpost zu den Chasaren: https://ralfgrabuschnig.com/chasaren-judentum
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