Kolonialismus

Der transatlantische Sklavenhandel hinterließ auch in der Kunst ihre Spuren. Hier das Bild "Sklavenschiff" von J.M.W.Turner.

Der transatlantische Sklavenhandel war noch rassistischer, als du glaubtest

Rassismus ist uns in unserer Gesellschaft bis heute ein treuer Gefährte und war das in der Geschichte schon ziemlich lange. Heute gilt Rassismus ja zum Glück in vielen Kreisen als Tabu, was freilich nicht bedeutet, dass er einfach verschwunden wäre. Aber immerhin … Irgendwo muss man ja beginnen. In den USA wird auch regelmäßig darüber …

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Ein Sargeant at Arms in Liberia. Aus den Akten der American Colonization Society in der Library of Congress Washington.

Die American Colonization Society und die “Rückkehr” nach Afrika

Sklaverei und Rassismus haben in der Geschichte merkwürdige Blüten getrieben. Um eine besonders merkwürdige soll es heute gehen: Die American Colonization Society und ihre Versuche, freie Schwarze aus Amerika in Liberia anzusiedeln. Oder wie sie es damals genannt hätten: Ihre “Rückkehr nach Afrika” zu ermöglichen. Durch den transatlantischen Sklavenhandel kamen inbesondere im 18. Jahrhundert Millionen afrikanischer Sklaven in die späteren USA. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts stellten diese Sklaven – vielmehr aber noch die inzwischen gut 200.000 freien Schwarzen in den USA – die weiße Elite des Landes vor ein gewaltiges Problem. Was sollte man mit diesen Leuten tun? Die rassistische Mehrheitsmeinung der Zeit besagte schließlich, dass eine Integration in die weiße Gesellschaft keinesfalls möglich sein könne. Da kamen sie eben auf diese andere Lösung …

Die schon genannte American Colonization Society machte es sich ab 1816 schließlich zum Ziel, freien Schwarzen die “Rückkehr” nach Afrika zu ermöglichen. Konkret wurde dafür die Region des späteren Liberia ausgewählt. Doch die großen Denker in der American Colonization Society machten in ihrer Planung einen gewaltigen Fehler. Die mehreren Tausend schwarzen Amerikaner, die sie im Zuge der nächsten Jahrzehnte in Liberia ansiedelten, sahen sich nämlich keineswegs als Heimkehrer! Und noch viel weniger sahen sie sich als Teil der dortigen Bevölkerung. Nachdem Liberia einige Jahrzehnte später ein unabhängiger Staat wurde, etablierten die Americo-Liberaner bald ein System, das ziemlich an die Apartheid Südafrikas erinnert. Dadurch wurde Liberia zwar im Gegensatz zu fast allen anderen afrikanischen Gebieten keine Kolonie. Irgendwie war es das aber ohnehin schon.

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Als der Panamakanal 1914 nach Jahrzehnten der Bauzeit eröffnet wurde, läutete er ein neues Zeitalter des amerikanisch-dominierten Welthandels ein. Doch seine Geschichte reicht weit zurück.

Der Panamakanal: ein jahrhundertealter Traum wird Wirklichkeit

Der Panamakanal verbindet seit inzwischen über hundert Jahren den Atlantik und Pazifik und erspart Schiffen somit tausende Kilometer an Seeweg. Bis 1914 mussten Schiffe noch die beschwerlichen Reise über die Spitze Südamerikas antreten, um Waren vom einen Weltmeer ins andere zu befördern. Man kann sich vorstellen, was für eine enorme Erleichterung und Veränderung der Panamakanal …

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Der Nordirlandkonflikt geht in der Geschichte weit zurück. Hier holt sich der Ire Dermot MacMurrough die Unterstützung des englischen Königs Heinrich II. Von da bis zum Good Friday Agreement sahen Irland und Nordirland noch viel Konflikt.

Der Nordirlandkonflikt: eine unverschämt kurze Geschichte

Zwanzig Jahre ist es her, dass der Nordirlandkonflikt 1998 mit dem Good Friday Agreement zu seinem mehr oder weniger friedlichen Ende gelangte. Ein Konflikt, der über so viele Jahrhunderte gewachsen ist wie der Nordirlandkonflikt, kann aber freilich nicht ganz über Nacht verschwinden. Und siehe da. Mit dem Brexit fand sich Nordirland plötzlich doch wieder in …

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Die Britische Ostindien-Kompanie beherrschte nicht nur Indien, wie hier zu sehen am Fort St. George in Madras, sondern irgendwie ganz England.

Wie die Ostindien-Kompanie das Meer, den Handel und ganz England eroberte

England liegt auf einer Insel. Das ist erst mal keine große Neuigkeit. Das Meer ist dort allgegenwärtig und wenig überraschend – so würde man denken – begannen die Menschen Englands schon früh, das Meer für sich zu nutzen. Eine direkte Linie von der britischen Geografie über die Handelsschifffahrt, die Ostindien-Kompanie hin zum britischen Kolonialreich also? …

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Globalisierung aus China? Der Größenvergleich der Schiffe Zheng Hes und Columbus' zeigt, wie radikal anders alles hätte kommen können.

Als China beinahe die Globalisierung erfand

Die Geschichte der Globalisierung ist eine durch und durch europäische. Seit Christoph Columbus die neue Welt und Vasco da Gama den Seeweg nach Indien entdeckten, ging es Schlag auf Schlag. Und ehe man sich versah, saßen Spanier, Portugiesen, bald aber auch Franzosen, Holländer und Briten an allen Ecken und Enden der bekannten Welt und brachten den Kolonialismus mit.

Dabei hätte alles anders kommen können. Die Globalisierung hätte auch von China ausgehen können! Schon sechzig Jahre vor Columbus und da Gama hatte China nämlich seinen eigenen großen Seefahrer: Zheng He. Und der kam mit seiner gigantischen Flotte weiter, als man es sich vorstellen kann.

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Der Spanisch-Amerikanische Krieg von 1898: Beginn des amerikanischen Imperialismus, Geburt der Weltmacht USA.

Der Spanisch-Amerikanische Krieg: Wie die USA zur Großmacht und ihr Spread-Eagleism zur Ideologie wurden

In den letzten Wochen habe ich hier über einige Beispiele von Hurra-Patriotismus gesprochen. Von den Anfängen im Griechischen Unabhängigkeitskrieg bis zum recht kürzlichen Aufwallen alter Euphorie im britischen Falklandkrieg geschah es immer wieder. Immer wieder fanden Menschen ihre (oder im Fall der Griechen auch mal eine andere) Nation so richtig geil und mussten es dem …

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Kaum ein Ereignis zeigt wie die Suezkrise, wie rapide es mit den europäischen Kolonialmächten bergab ging.

Die Suezkrise. Irgendwie läuft das mit dem Imperialismus nicht mehr so recht…

Alte Gewohnheiten kann man sich bekanntlich nur schwer abgewöhnen. Das weiß ja jeder von uns, auch wenn wir uns – so wie jetzt – zu Jahresbeginn gerne Anderes einreden. Um eine besonders liebgewonnene Gewohnheit der Europäer soll es heute gehen: den Imperialismus! Genauer gesagt um dessen spektakuläres Ende in der Suezkrise von 1956. Da wollten …

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Das Banner der Company of Scotland. Man hat sich in Schottland offensichtlich mehr von der Geschichte erwartet...

Das Darien-Projekt: als der Kolonialismus Schottland ruinierte

Im September 2014 stimmte Schottland darüber ab, ob sich das Land von Großbritannien loslösen und wieder ein selbstständiger Staat werden sollte. Bekanntlich war die Mehrheit der Befragten in diesem Referendum dagegen, dennoch ist die schottische Union mit England heute alles andere als in Stein gemeißelt. Wenn man genau hinschaut, war sie das aber eigentlich noch …

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